Der Brand der Lagerhallen

Situation: 

Ein kunststoffverarbeitendes Unternehmen erleidet, durch den Austritt von hoch temperiertem Material aus den Maschinen, in der Nacht von Sonntag auf Montag einen Feuerschaden. In der Folge des Feuerwehreinsatzes werden auch die anderen Arbeitsgeräte und die Büroräumlichkeiten durch Ruß und Löschmittel stark beschädigt. Verletzt wird zum Glück niemand.

Bereits der reine Sachschaden beläuft sich, ohne die folgenden Gewinneinbrüche, auf einen sieben stelligen Betrag.

In der dann folgenden Schadenabwicklung wird der übliche Ansprechpartner des Unternehmens, die Agentur des Versicherers, für die Schadenabwicklung seitens des Versicherers gesperrt. Im Unternehmen analysieren anschließend Sachverständige des Versicherers den Schadenhergang. Eine amerikanische Großkanzlei, spezialisiert auf Versicherungsrecht, prüft unterdessen die Vertragsbedingungen im Auftrag des Versicherers. Dabei fällt ein Augenmerk auf die Sicherheitsvorschriften und die vertraglichen Obliegenheitsregelungen im Vertrag der Betriebsunterbrechungsversicherung. Nach einer Empfehlung der Kanzlei lehnt der Versicherer die Leistung vollständig ab, mit der Begründung der Versicherungsfall sei in einem so gravierenden Maße herbeigeführt, dass eine Leistungsverpflichtung vollständig versagt werden kann. Aus Kulanz und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht wird dem Mandanten jedoch die Übernahme der Entsorgungskosten angeboten. Diese belaufen sich auf ca. 80.000,00 EUR.

 

  • Die EFFEKT® - Lösung

    Die Experten von EFFEKT® begleiten jeden Schadenfall des Mandanten. In welchem Verhältnis der Mandant als Verursacher oder Betroffener gewertet werden kann, ist für die Beratungsdienstleistung von EFFEKT nicht relevant.

    Nach gründlicher Schadenaufbereitung durch die hauseigenen Ingenieure und Juristen wird schnell offensichtlich, so einfach wie vom Risikoträger dargestellt, funktioniert die Leistungsverweigerung nicht. Durch eine gezielte Recherche der dem Versicherer im Rahmen der Vertragslaufzeit zur Verfügung gestellten Unterlagen stellt sich heraus, dass dieser seiner Beratungs- und Nachfragepflicht nicht vollständig nachgekommen ist. Vielmehr dreht sich der Sachverhalt dergestalt, dass der Versicherer im Rahmen der Beweislastumkehr einer Informations- und Hinweispflicht hätte nachkommen müssen.

    Nach versicherungsrechtlichem Sachvortrag und anschließender Vergleichsverhandlung zahlt der Versicherer (auch zur Vermeidung eines Imageschadens) ca. dreiviertel der entstandenen Gesamtkosten. Ein Klageverfahren wird vermieden.

Die Berufsunfähigkeitsrente

Die Situation: 

Der Geschäftsführer eines mittelständischen Handwerksbetriebes schloss vor einigen Jahren bei einem Versicherer eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab. Dauerhafte Arbeitsüberlastung und Stress führten zu einem Hinterwandherzinfarkt.

Der Geschäftsführer fällt ein halbes Jahr aus.

Im Anschluss daran ist der Geschäftsführer nicht mehr wie in früheren Zeiten belastbar und nicht in der Lage den Geschäften der Gesellschaft wie vor dem Herzinfarkt nachzukommen. Erhebliche Kosten kommen auf Unternehmer zu, die Weiterführung des Betriebes über die Angehörigen ist auf Grund des entstehenden Kapitalbedarfs in Gefahr. Er begehrt Anspruch auf die dringend benötigte Berufsunfähigkeitsrente. Schließlich wurden über 16 Jahre die Beiträge ordnungsgemäß abgeführt.

Der Versicherer verweigert die Leistung. 

Nach Argumentation der Versicherung könnte der Versicherungsnehmer schließlich sein Unternehmen der Art umorganisieren, dass es auf seine Arbeitskraft zur Erhaltung des Einkommens nicht ankommt. Ersatzweise könnte er noch halbtags z.B. in einem Callcenter arbeiten. Leistungen aus der deutschen Rentenversicherung auf Erwerbsminderungsrente stehen dem Geschäftsführer aufgrund seiner sozialversicherungsrechtlichen Befreiung nicht zu.

 

  • Die EFFEKT® - Lösung

    Die zuletzt in gesunden Tagen konkret ausgeübte Tätigkeit ist von dem Versicherungsnehmer detailliert darzulegen. Üblicherweise geschieht dies durch Darlegung einer exemplarischen Arbeitswoche.

    Der Sachvortrag muss dezidiert bezüglich Art, Umfang und Häufigkeit der regelmäßig anfallenden Tätigkeiten, Anforderungen an die körperliche Leistungsfähigkeit sein. Das OLG Koblenz spricht hier von einem Sachvortrag nach Art eines Stundenplans (vgl. OLG Koblenz, Versicherungsrecht 2004, 989).

    Nach Aufbereitung der Unterlagen und Verweis auf die ständige Rechtsprechung kennt der Versicherer das Leistungsbegehren an und zahlt dem Versicherungsnehmer (auch zur Vermeidung eines Imageschadens) die angestrebte Berufsunfähigkeitsrente. Im Versuch der Nachprüfung entdecken die Juristen von EFFEKT® Fehler in der Argumentations- und Darlegungssystematik des Versicherers. Der Versicherer scheitert anschließend, aufgrund von erkannten Formfehlern im Nachprüfungsverfahren, an der Einstellung seiner Leistungsverpflichtung.

zu den Beratungsfeldern Schadenberatung